GENOSSENSCHAFTER STORY #2

«Wir haben eine Verpflichtung gegenüber den Häusern, in denen wir wohnen. Die Heizung ist ein bedeutender Teil davon.»

 

28. Januar 2022, ECOGEN Rigi Genossenschaft


Robert Arnold repräsentiert die Eigentümerschaft des bald 400 Jahre alten Litzi-Hauses an der Luzernerstrasse 24 in Küssnacht am Rigi. Das ehrwürdige Haus wurde im Jahr 1632 erbaut und 1995 zum bisher letzten Mal saniert. Seitdem werden die vier Wohnung vermietet und als Mehrfamilienhaus genutzt. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude weist noch viel originale Bausubstanz und Bauteile auf.

Herr Arnold, war der Kauf des Litzi-Hauses es ein emotionaler Kauf?

R. Arnold: Das Litzi-Haus weist durch sein Alter und seine Originalität einen gewissen Charme aus. Nebst wirtschaftlichen Faktoren spielen bei einem Hauskauf immer auch emotionale Faktoren eine Rolle. So war es auch beim diesem Haus.

 

Warum haben Sie sich bei solch einem alten Haus für Fernwärme entschieden?

Die bestehende Heizung im Haus ist sanierungsbedürftig. Zum Glück läuft sie aber noch und wir können die Wartezeit bis zum Fernwärmebezug gut überbrücken. Hinzu kommt, dass ich Feuerungen, resp. Heizöltanks in einem alten Holzhaus nicht bevorzuge. Das neue Fernwärmenetz kommt da wie gerufen. Die immissionslose Wärme im Haus, die Stabilität des Netzes und ein gut funktionierender Service sind für uns wichtige Faktoren für ein Mietobjekt. 

 

Inwiefern können Sie von der klimafreundlichen Heizlösung profitieren?

Wenn wir etwas Gutes für das Klima tun wollen, ist es immer der richtige Augenblick. Durch das Fernwärmenetz erhalten die Bewohner des Bezirks Küssnacht die Gelegenheit an einem ökologischen Gemeinschaftsprojekt teilzunehmen. Insofern profitieren alle von diesem Angebot. Bei der Evaluierung der anstehenden Heizungssanierung wollten wir als Eigentümerschaft diese Verantwortung annehmen und die ökologischen Faktoren besonders gewichten. Nach eingehender Prüfung von pro und contra haben wir uns letztendlich für die Fernwärme als Ersatz und für ein zukunftgerichtetes Heizsystem im altehrwürdigen Litzi-Haus entschieden.

 

Wie kamen Sie mit der ECOGEN Rigi Genossenschaft ins Gespräch?

Ich bekam einen Anruf, weil die ECOGEN Rigi ein Durchleitungsrecht für die Verlegung der Leitungen durch unser Grundstück benötigte. Darauf haben wir uns getroffen und ich war sehr schnell vom Fernwärmeprojekt überzeugt. Am Ende haben wir nicht nur das Durchleitungsrecht gegeben, sondern auch gleich einen Fernwärmevertrag für das Litzi-Haus unterzeichnet. Wissen Sie, es geht nicht immer darum, die günstigste Lösung einzubauen, sondern es muss sinnvoll sein. Die Fernwärme ist für dieses Haus sinnvoll. Einerseits ist die Energiegewinnung im AGRO Energiezentrum Rigi sowie die gemeinschaftliche Verteilung über die ECOGEN Rigi in die Zukunft gedacht, und andererseits entspricht die Holzfeuerung der Geschichte dieses Hauses. In diesem Haus wurden seit jeher die Kachelöfen mit Holz eingefeuert, und nun übernimmt die Feuerung ein nahegelegenes Energiezentrum. Das ist eine Entwicklung in die richtige Richtung. Denn anstatt wie früher, als jedes Haus sein eigenes Feuer ungefiltert verbrannte, ist das Energiezentrum mit der neuesten Filtertechnik ausgerüstet und es entweichen bedeutend weniger Schadstoffe in die Luft.

 

Haben Sie ursprünglich noch alternative Heizarten in Betracht gezogen?

Eigentlich ist die Entscheidung sehr schnell auf die Fernwärme der ECOGEN Rigi gefallen. Mangels sinnvoller Alternativen, wie ich vorhin schon erwähnte. Das Energiezentrum ist nahe gelegen und die Wärmeverteilung wird in der Region gerade ausgebaut. Die genossenschaftliche Organisation der ECOGEN Rigi rundet die Attraktivität des Angebots noch zusätzlich ab. Ein Beitritt ist das Statement für einen gemeinsamen Weg in die Energiezukunft. Wir sind stolz, dass wir eines der ältesten Gebäude im Bezirk Küssnacht an diesem Projekt beteiligen können.

 

Sehen Sie auch gewisse Risiken, die mit dem Fernwärmebezug verbunden sind?

Lacht. Jede Veränderung bringt Risiken mit sich. Doch wenn man nicht offen gegenüber Risiken ist, kommt man nicht weit, da bin ich überzeugt. Um die heutigen und die kommenden Herausforderungen zu meistern sind wir auf Innovation angewiesen. Deshalb bin ich gegenüber der ECOGEN Rigi Genossenschaft offen eingestellt. Wir kommen nicht weiter, wenn jeder nur sein eigenes Gärtchen bestellt. Gemeinsam können wir neue Wege beschreiten und neue Technologien finanzieren, das ist etwas Grosses. So können wir den Herausforderungen, wie dem Klimawandel, in Zukunft entgegentreten.

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